Mut ist lernbar!

Ich nehme das überaus positive Feedback auf meinen aktuellen Newsletter zum Anlass, den Text zum Thema Mut auch hier in meinem Blog nochmals aufzugreifen. Ich habe wohl damit einen aktuellen Nerv getroffen und das bestätigt meine allgemeine Wahrnehmung von viel Verzagtheit und Angst allerorten und dem Bedürfnis nach mehr Mut.

Mut zu den eigenen, selbstbestimmten Lebenskonzepten, Mut zu neuen Rollenbildern, Mut zu Veränderung, Mut zum erfolgreichen Miteinander und einer gesunden Zukunft, in der alle gerne leben!

Ich greife das Thema deshalb auf, weil die Zusammenhänge von Angst und Mut nicht immer ganz klar sind. Handelt es sich bei vorherrschender Angst um einen Zustand von fehlendem Mut? Oder bedeutet mutig sein, von Angst frei zu sein? Und wie gelingt es, mutiger zu sein? Wie lernt man Mut?

Mut in Zeiten der Angst

Während wir die Angst als Gefühl kennen –auf bestimmte Inhalte bezogen, anlassgetrieben, situationsabhängig oder neurotisch – nehmen wir den Mut als (mehr oder weniger) stabile Persönlichkeitseigenschaft wahr. Viele Menschen leben in dem Glauben, dass diese Persönlichkeitseigenschaften fest verdrahtet sind, genetisch, sozusagen. Und dann zieht man sich gerne darauf zurück, „dass es einfach so ist: ich bin halt nicht so mutig. 😥 “

Na klar, da kann man halt nichts machen!?!? Aus dieser Position der erlernten Hilflosigkeit heraus bleibt nur noch eines: das eigene Schicksal umfassend zu beklagen und zu jammern. Der Lustgewinn bleibt dabei jedoch überschaubar.

Erlernte Mutlosigkeit

Mut ist jedoch keine Eigenschaft, die man hat, oder man hat sie nicht. Mut ist ein Verhalten. Und das ist ja auch der gute Teil der Nachricht: jedes Verhalten kann geändert werden. Mut ist es, den nächsten Schritt zu tun!

Wir lernen Verhalten und Fähigkeiten im Laufe unserer Sozialisation. Lernen am Modell, Familientraditionen und Kulturkomponenten, Bildung, Ausbildung, bewusste und unbewusste Glaubenssysteme, Ursachenzuschreibungen und Werte bestimmen, wie wir uns verhalten und welche Fähigkeiten wir ausprägen. Wie wir nach außen scheinen deckt sich dann damit, wie man ist und welche Persönlichkeitseigenschaften einem zugeschrieben werden.

Nach den Anschauungen der Resonanzmethode gehen wir davon aus, dass in jedem von uns jede mögliche Eigenschaft, jede Verhaltensmöglichkeit, jede Fähigkeit, jede Ressource, angelegt ist. Das heißt, dass jeder Mensch mit allen Fähigkeiten zur Welt kommt, dass wir jedoch auf Basis unserer Sozialisierung bestimmte Fähigkeiten ausprägen und andere nicht. Das manifestiert sich dann in Form der Einstellungen, Fähigkeiten, Denk- und Handlungsmöglichkeiten, die man als unterschiedliche Energiemuster beobachten kann.

Das Denken bestimmt das Tun

Ziel eines Veränderungsprozesses ist es nun, limitierende Verhaltensweisen so zu verändern, damit die angelegten Fähigkeiten wieder frei gelegt werden. Es beginnt also damit, diese Veränderungsmöglichkeit zuerst als Denkmöglichkeit zu erleben. Unser Tun wird davon bestimmt, was wir glauben, tun zu können.

Veränderung bedingt das Verlassen der eigenen Komfortzone, die zugegebenermaßen nicht immer „komfortabel“ ist, aber sie ist unser gewohnter Denk- und Verhaltensraum.

Jetzt wäre mal wieder Platz für ein sehr hinderliches Belief: „Veränderung ist halt soooo schwer…..“  😥 Aus Sicht des psychischen und mentalen Aufwandes ist es jedenfalls anstrengender, neue „Denkpfade“ zu beschreiten, deshalb ist die Beharrungstendenz größer als die Veränderungsbereitschaft. Trotzdem gelingt es doch immer wieder, gewohnte Denkmuster zu unterbrechen und Neues zuzulassen. „Es ist ja mein Kopf – ich kann mir ja auch etwas anderes denken!“ 😉

Mut ist es, den nächsten Schritt zu tun

Die unterschiedlichen Herangehensweisen und philosophischen Sichtweisen an Mut als individuelle Möglichkeit sein Leben zu gestalten, haben mich persönlich damals zum ersten Mal in dem Buch MUT – lebe wild und gefährlich (Osho) sehr inspiriert. Mutig sein zu können – trotz der Angst den nächsten Schritt machen zu können. Ich mag auch diese Sichtweise sehr gerne, den in dem Spruch ausgedrückt ist, den ich als Überschrift für diesen Artikel gewählt habe: Das Geheimnis der Freiheit ist der Mut (Perikles).

Wenn man mehr Freiheitsgrade in seinem Leben haben will, wenn Bedingungen oder eigene Möglichkeiten sich verbessern sollen, wenn man also Veränderung will, dann muss man diese neuen Freiheitsgrade finden oder existierende als solche wahrnehmen – und sich manchmal mutig aus der Deckung wagen.

Es gilt, ein Ziel zu finden, auch wenn man noch nicht weiß, wie genau man da hinkommen wird. Oder einen Weg beschreiten, obwohl man gedanklich nicht alle kommenden Abzweigungen und Unwegsamkeiten vorweg nehmen kann.

Wie gelingt es aber nun, mutig zu sein und einen solchen Schritt zu wagen? Beim steilen Aufstieg auf eine Alm habe ich von der Hirtin gelernt: der wichtigste Schritt ist immer der nächste!

Der mutige nächste (oder auch der erste) Schritt in jedem Veränderungsprozess ist es, ein entsprechendes Ziel zu finden. Beruflich ist es für die meisten Menschen sehr klar, dass man Ziele braucht, auf die man hinarbeitet. Mit persönlichen oder privaten Zielen ist es nicht anders.

Andernfalls kann man die Aktivitäten bestenfalls unter „unausgegorenem Aktionismus“ einordnen oder aber eine Strategie wie Alice im Wunderland wählen, die die Grinse-Katze befragt:

»willst du mir wohl sagen, wenn ich bitten darf, welchen Weg ich hier nehmen muß?«»Das hängt zum guten Theil davon ab, wohin du gehen willst,« sagte die Katze.»Es kommt mir nicht darauf an, wohin –« sagte Alice.»Dann kommt es auch nicht darauf an, welchen Weg du nimmst,« sagte die Katze.»– wenn ich nur irgendwo hinkomme,« fügte Alice als Er­klärung hinzu.»O, das wirst du ganz gewiß,« sagte die Katze, »wenn du nur lange genug gehest.« (Lewis Caroll, 1869. Alice’s Abenteuer im Wunderland)

 

Wenn man also lange genug gehen will und es nicht darauf ankommt, wohin man will, dann sind Ziele nicht weiter wichtig. Falls man im eigenen Leben doch noch etwas erreichen will – sei es mehr Freude, Erfolg, Gesundheit, Leichtigkeit und erfolgreiches Miteinander – sollte man sich das mit den Zielen doch nochmals überlegen!

Die drei Kennzeichen von guten Zielen

Es ist der wichtigste erste Schritt, wirklich attraktive Ziele zu finden. Das sind solche, die alle drei Qualitäten eines persönlich guten Zieles haben:

  1. Positives Annäherungsziel: auf der Zielliste dürfen nur Qualitäten stehen, die da sein sollen, nicht solche, die man vermeiden möchte, z.B.: „mehr Gelassenheit“ – NICHT „weniger Stress“
  2. in der Eigenverantwortung: ich muss es selbst tun können – NICHT „die anderen sollen…“
  3. emotional ansprechend J : das Ziel soll sich „gut anfühlen“, alle somatischen Marker und Körpersignale sollen „grünes Licht“ geben.

Um Ziele mit der notwendigen emotionalen und mentalen Energie „aufzuladen“, widmen wir dem Zielfindungsprozess in jedem Coaching und jeder Beratung viel Aufmerksamkeit.

Lernen Sie Mut!

Die nächste gute Gelegenheit, unter professioneller Anleitung mutig attraktive Ziele zu finden, gibt es in der Entscheidungswerkstatt, dem Raum für mutige Entscheidungen mit Weisheit, Freude und Leichtigkeit.

 

Die nächsten Termine der Entscheidungswerkstatt in Wien:

13.-14. März 2015

10.-11. April 2015

Anmeldungen an office@sabinahaas.at